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Verkehrsprävention Baden-Württemberg (KEV-BW) beim Regierungspräsidium Tübingen
(Abteilung 6 - Landespolizeidirektion)
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72072 Tübingen , © Aktion GIB ACHT IM VERKEHR
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    Crashtest, Aufprall mit 50 km/h, © Rallye der Vernunft
    Crashtest, Aufprall mit 50 km/h
    Unfallentwicklung

    Im Jahr 2018 mussten insgesamt 107.284 Straßenverkehrsunfälle darunter 13.842 Unfälle mit Personenschaden von der Polizei in Sachsen registriert werden. Das bedeutet einen Rückgang der Gesamtunfälle um 2,1%, jedoch einen Anstieg der Personenschadensunfälle um 4,5 %. Auch die Zahl von 17.731 verunglückten Personen bedeutet einen Zuwachs, dabei erhöhte sich die Anzahl der Verkehrstoten um 51 auf 198 gegenüber dem Vorjahr (+35,1%).

    Im Jahr 2018 verloren im Freistaat Sachsen 198 Menschen bei Verkehrsunfällen ihr Leben. Das ist im Vergleich zu 2017 ein Anstieg um 51 getötete Menschen. Allerdings liegt die Anzahl der Getöteten immer noch deutlich unter dem Stand von 2008. Die Zunahme resultiert in erster Linie aus dem Anstieg der getöteten Senioren (Generation 65+).

    Hauptrisikogruppen

    Bei der Betrachtung der Verkehrsunfallentwicklung kommt folgenden Altersgruppen eine besondere Bedeutung zu:

    der Generation 65+, die als Bevölkerungsgruppe einen immer größeren Anteil an der sächsischen Gesamtbevölkerung besitzt und über eine ständig zunehmende Mobilität verfügt,

    den Kindern (unter 15 Jahre) als so genannte schwächste Verkehrsteilnehmer,

    den jungen Fahrer (18 bis unter 25 Jahre) als gefährdetste Altersgruppe.

    Generation 65+

    Im Jahr 2018 waren 3.954 Senioren an Verkehrsunfällen mit Personenschaden beteiligt. Das entspricht einem Anteil an allen Unfallbeteiligen von 15,1 Prozent, bzw. jeder siebte Unfallbeteiligte war in diesem Alter. Im Vergleich zu den 18- bis unter 25-Jährigen wiesen die Senioren eine höhere Unfallbeteiligung auf (18-25 Jahre: 13,2 Prozent an allen Unfallbeteiligten). Am häufigsten waren die Senioren mit PKW an Verkehrsunfällen mit Personenschaden beteiligt (2.824 mit PKW), außerdem 667 Radfahrer und 452 Fußgänger. Die vorrangigen Unfallursachen bei der Altersgruppe 65+ waren Vorfahrtsfehler, ungenügender Sicherheitsabstand, Fehler beim Abbiegen und nicht angepasste Geschwindigkeit. 84 ältere Verkehrsteilnehmer wurden im vergangenen Jahr bei Verkehrsunfällen getötet (+ 100% zu 2017). Als PKW-Benutzer verunglückten 37 Senioren tödlich, davon 22 als Fahrzeugführer und 15 als Mitfahrer. Als Radfahrer kamen 13 Senioren ums Leben, als Fußgänger 25 und als Benutzer motorisierter Zweiräder zwei. Die über 75-Jährigen sind innerhalb der Altersgruppe 65+ bei den Unfalltoten überproportional häufig vertreten. Von den 84 getöteten Senioren waren 54 über 75 Jahre alt. Das entspricht einem Anteil von 64,3 Prozent.

    Kinder unter 15 Jahre

    Die Anzahl der verunglückten Kinder stieg im Jahr 2018 gegenüber dem Vorjahr von 1.380 auf 1.390 (+ 0,7 Prozent), liegt jedoch noch deutlich über dem im Jahr 2010 bisher erreichten niedrigsten Wert (1.161 verunglückte Kinder). Die meisten Kinder verunglückten 2018 als Mitfahrer in PKW, am zweithäufigsten als Radfahrer gefolgt vom Fußgänger. Im Vergleich zum Jahr 2017 stieg die Zahl der getöteten Kinder im Straßenverkehr von eins auf drei (+ 200%). Es ist in diesem Zusammenhang hervorzuheben, dass im Jahr 2018 kein Kind als Radfahrer tödlich verletzt wurde.

    Junge Fahrerinnen und Fahrer

    Seit dem Jahr 2000 ist ein kontinuierlicher Rückgang der verunglückten jungen Fahrer zu beobachten. Gegenüber 2000 (höchster Wert: 6.918 Verunglückte) ging die Anzahl der Verunglückten um 68,7 Prozent auf 2.166 im Jahr 2018 zurück.

    Die Anzahl der Getöteten sank seit dem Jahr 2000 um 89,6 Prozent (von 135 auf 14). Im Jahr 1991 wurden noch mehr als 200 getötete junge Fahrer registriert. Die 18- bis unter 25-Jährigen bleiben trotz dieser positiven Langzeitentwicklung dennoch die am stärksten gefährdete Altersgruppe.

    Alkohol im Straßenverkehr

    Im Jahr 2018 stieg die Anzahl der Alkoholunfälle mit Personenschaden gegenüber dem Jahr 2017 von 623 auf 650 bzw. um 4,2 Prozent. Die Anzahl der Alkoholunfälle mit Sachschaden nahm ebenfalls zu. Bei der Betrachtung der Langzeitentwicklung der Alkoholunfälle von 1995 bis 2018 bleibt trotz der Zunahmen in den Jahren 2011 und 2012 ein grundsätzlich positiver Trend bestehen. Die Zahl der Alkoholunfälle insgesamt sank von 8.577 im Jahr 1995 auf 1735 im Jahr 2017.

    Verkehrsüberwachung

    Im Jahr 2018 wurden durch die Polizei 470.322 Verkehrsordnungswidrigkeiten festgestellt. Die Anzahl der Geschwindigkeitsüberschreitungen, für die ein Verwarngeld nicht mehr ausreichte und an die Bußgeldstellen abgegeben werden mussten, stieg im Jahr 2018 (57.709) gegenüber 2017 (45.899) um 11.810 bzw. 20,5 Prozent.

    Für Innenminister Prof. Dr. Roland Wöller ist das ein Grund, die Kontrolldichte der Verkehrspolizei in Sachsen künftig weiter zu erhöhen. Das Augenmerk liegt auf der Verkehrssicherheit: „Gerade die jüngsten und schwächsten Verkehrsteilnehmer müssen wir auf unseren Straßen noch besser schützen.“

    (Quelle: Verkehrsunfallstatistik 2017 und 2018, www.polizei.sachsen.de )


    In diesem Jahr veranstaltet die Hochschule der Sächsischen Polizei (FH) zum fünften Mal ihren Verkehrsaktionstag. Dieser findet im Rahmen des Verkehrssicherheitstages am 23.08.2020 auf dem Gelände des Sachsenrings, Am Sachsenring 2, 09353 Oberlungwitz statt.
    Ziel ist es, insbesondere Fahrzeugführer der Altersgruppen 21-25 Jahre und älter als 65 anzusprechen.

    Dabei sollen die Teilnehmer hinsichtlich der Gefahren und Risiken im Straßenverkehr sensibilisiert werden Möglichkeiten zur Gefahrenminimierung kennenlernen, insbesondere über die Unfallursachen
    • „nichtangepasste Geschwindigkeit“ und
    • „Alkohol-/Drogenkonsum“
    aufgeklärt werden und vorhandenes Verkehrswissen vertiefen.


    Weitere Informationen zum Verkehrsunfallgeschehen 2018 unter
    http://www.statistik.sachsen. ...externer Link...externer Link





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